Auf der Straße habe der Mitarbeiter dann einen Polizeiwagen angehalten, erzählen Ladenbesucher - angeblich sei er erst beim zweiten Wagen erfolgreich gewesen, weil man ihm zunächst nicht geglaubt habe. Die Polizei erklärte, einer von drei Mannschaftswagen, die dort zufällig entlang fuhren, habe angehalten. Sieben Einsatzkräfte seien schließlich in den Laden gegangen. Der Kanadier wurde in Handschellen abgeführt.
“Ich habe nur meine Pflicht getan“, sagte Anlayisli. Weiter wollte er sich nicht wegen der laufenden Ermittlungen nicht äußern. Im Laden gibt es eine Überwachungskamera, die den Besuch aufgezeichnet haben könnte.
Videoaufnahmen an die Kripo weitergegeben
Der Kiosk mit angeschlossenem Internetcafé liegt im türkisch und arabisch geprägten Teil von Neukölln. Am späten Nachmittag lief das Geschäft auf den ersten Blick fast normal. Biere wurden verkauft, an den Rechnern saßen Kunden, die gerade erst erfuhren, was sich abgespielt hatte. “Der saß da und liest Nachrichten!“, wundert sich ein Ladenbesucher.
Der Café-Besitzer wollte erst einmal in Ruhe mit seinen Mitarbeitern reden. Die Videoaufnahmen gingen an die Kripo, sagte er. Ob er etwas geschockt sei? “Eigentlich schon, ja.“ Er habe erst mal Angst bekommen. “Aber jetzt geht es mir gut.“
Magnotta wird vorgeworfen, einen Mann umgebracht und Teile der Leiche an politische Parteien in Kanada geschickt zu haben. Bei dem Opfer soll es sich laut Medienberichten um einen 33 Jahre alten Chinesen handeln, der an der Concordia Universität studiert habe.
Am vergangenen Dienstag war in der Zentrale der konservativen Partei in Ottawa ein Paket eingetroffen, in dem sich ein bereits verwester Fuß eines Menschen befand. Wenig später entdeckten die Ermittler in einem anderen Paket eine Hand und schließlich in Montreal den Torso eines Menschen.
dpa

© dpaLuka Rocco Magnotta auf einem von Interpol herausgegebenen Foto
























