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Corona: Neuer Hotspot in Deutschland schnellt über 500er Inzidenz - Intensivstationen immer voller

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Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sind noch zu hoch. Es gibt neue Hotspots. Die zweite Corona-Welle kommt jetzt auf den Intensivstationen an. Der News-Ticker.

Update vom 25. November, 5.58 Uhr: Corona-Hotspot Landkreis Hildburghausen (Thüringen) zieht die Notbremse. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen sind ab Mittwoch Schulen (28) und Kitas (40) geschlossen. Die 7-Tage-Inzidenz lag am Dienstagabend bei 482,6 teilte das Landratsamt Hilburghausen mit. Inzwischen ist der Inzidenzwert über die Marke von 500 geschnellt. Nach Angaben das Robert-Koch-Instituts (RKI) liegt die 7-Tage-Inzidenz momentan bei 526,9. In den vergangenen 24 Stunden wurden 81 neue Corona-Fälle verzeichnet (Vortag: 70).

Landrat Thomas Müller (CDU) ging bereits am Montag davon aus, dass die Infektionslage sich weiter verschärfen wird. „Wir werden jetzt Richtung 500 marschieren“, sagte er mit Blick auf die 7-Tage-Inzidenz. Keine zwei Tage später ist dieser Wert nun erreicht. Insgesamt sei die Lage so, dass sich kaum mehr klare Infektionsherde ausmachen ließen. „Das geht querbeet durch alle Altersschichten“, sagte der Landrat. Alle weiteren Infos zum Thema Corona in Deutschland in unserem News-Ticker.

Update vom 24. November, 17.57 Uhr: Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC zweifelt an Deutschlands Corona-Maßnahmen: „Es gibt neun Länder, in denen wir vorhersagen, dass ...“

Update vom 24. November, 15.30 Uhr: In Nordrhein-Westfalen (NRW) wird es keine verkaufsoffenen Sonntage im Advent geben. Das Oberverwaltungsgericht Münster gab einer Klage von Verdi statt. Die Richter äußerten „erhebliche Zweifel an der Eignung der Sonntagsöffnung, das Infektionsrisiko einzudämmen“, hieß es in einer Mitteilung.

Update vom 24. November, 15.25 Uhr: Bereits jetzt scheint klar, dass der Teil-Lockdown über November hinaus verlängert wird. Ein Mediziner kritisierte die Regierung und warnt vor einem „unendlichen Lockdown“.

Corona in Deutschland: Zahl der freien Intensivbetten sinkt

Update vom 24. November, 12.50 Uhr: Die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen nimmt weiter zu. 3768 Corona-Infizierte werden momentan auf der Intensivstation behandelt (Vortag: 3742), davon müssen 2.177 künstlich beatmet werden (Vortag: 2176). Das geht aus den Daten des DIVI-Intensivregisters hervor. Aktuell sind demnach noch 5.955 Intensivbetten frei.

Update vom 24. November, 11.12 Uhr: Das Thema Schule und Corona sorgt aktuell wieder für heftige Debatten. Wie hoch ist die Corona-Ansteckungsgefahr im Klassenzimmer? Eine Abfrage bei deutschen Kinderkliniken zeigt, dass es keine hohe Dunkelziffer bei den Infektionszahlen unter Kindern gibt, berichtet Merkur.de*. Für die Kinderärzte ein eindeutiges Argument.

Update vom 24. November, 9.55 Uhr: Am Mittwoch beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder bei einem Corona-Gipfel über die Strategie für den Winter. In ihrer Beschlussvorlage haben sich die Länder unter anderem auf eine Weihnachts-Überraschung und klare Verbote für Silvester geeinigt. In Bayern wird zudem der Beginn der Weihnachtsferien verlegt.

Corona in Deutschland: Erste Intensivstationen in Nordrhein-Westfalen sind voll

Update vom 24. November, 9.29 Uhr: In Nordrhein-Westfalen sind aufgrund der steigenden Zahl an Corona-Intensivpatienten die ersten Intensivstationen voll. Das geht aus einem Bericht der WAZ hervor. Darin heißt es, dass einzelne Krankenhäuser bereits keine freien Kapazitäten mehr hätten. In manchen Regionen sei eine kritische Grenze erreicht. Die Zeitung bezieht sich auf die Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).

Das Landesgesundheitsministerium von NRW betonte allerdings, dass es noch ausreichende Kapazitäten gebe. Aktuell werden im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland 637 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen beatmet. Das entspricht rund 50 Prozent mehr als im Frühjahr, schreibt die WAZ. Seit Ende Oktober sei die Zahl der freien Beatmungsplätze von 1124 auf 897 gesunken, die Gesamtzahl der freien Intensivbetten von 1669 auf 1368.

Corona in Deutschland: 13.554 neue Infektionen - 249 Todesfälle

Update vom 24. November, 6.35 Uhr: Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) im Vergleich zur Vorwoche erneut etwas weniger neue Corona-Infektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages wurden 13.554 neue Fälle übermittelt, wie das RKI am Dienstagmorgen mitteilte. Am vergangenen Dienstag lag die Zahl bei 14.419 Neuinfektionen. Der bisherige Höchstwert wurde am vergangenen Freitag mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht.

Die Infektionszahlen sind zu Beginn der Woche regelmäßig vergleichsweise niedrig, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie 942.687 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Todesfälle stieg bis Dienstag um 249 auf insgesamt 14.361.

Der Landkreis Hildburghausen im Süden von Thüringen ist weiterhin der Corona-Hotspot in Deutschland. Laut RKI liegt die 7-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen bei 483 Fällen pro 100.000 Einwohner. Ab Mittwoch sollen Schulen und Kitas im gesamten Landkreis geschlossen werden.

Corona in Deutschland: Kretschmann will Weihnachtsferien verlängern

Update vom 23. November, 19.01 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann will die Weihnachtsferien wegen der anhaltenden Corona-Pandemie früher starten lassen. Er wolle sich bei dem anstehenden Bund-Länder-Gipfel für längere Ferien stark machen, so ein Regierungssprecher. Idee wäre, dass die Ferien bereits am 18. Dezember starten würden. Dann habe man bis Heiligabend fünf Tage, in denen man Kontakte reduzieren könne, um so das Virus nicht bei einer Weihnachtsfeier mit den Großeltern zu verbreiten.

Corona in Deutschland: Hildburghausen wird zum absoluten Hotspot

Update vom 23. November, 18.05 Uhr: Die Kreisstadt Hildburghausen im Süden von Thüringen wird aktuell zum absoluten Corona-Brennpunkt in Deutschland. Nach RKI-Angaben erreichte die 7-Tage-Inzidenz einen Wert von 396. In keinem anderen Landkreis in Deutschland ist diese Zahl aktuell so hoch. Der Landrat Thomas Müller sieht aber auch wenig Aussicht auf Besserung: „Wir werden jetzt Richtung 500 marschieren“, so der CDU-Politiker.

Als Reaktion werden in Hildburghausen nun alle Kitas und Schulen geschlossen. Klare Infektionsherde können nach Angaben von Müller allerdings nicht mehr ausgemacht werden. Schulen, Kitas, Verwaltungen, Polizei und auch Altenheime seien massiv betroffen. „Das geht querbeet durch alle Altersschichten“, sagte der Landrat.

Für den ganzen Landkreis sei nun eine neue Verordnung geplant. Darin sollen auch stärkere Kontaktbeschränkungen ausgesprochen werden. Darüber hinaus wird es Ausgangsbeschränkungen geben. Das Zuhause dürfe nur noch aus triftigen Gründen verlassen werden, etwa für den Weg zur Arbeit oder für Bewegung an der frischen Luft.

Corona in Deutschland: Drosten warnt vor anderem Virus

Update vom 23. November, 17.35 Uhr: Christian Drosten geht durch die Erforschung von Corona* wohl in die Geschichte ein. Jetzt will sich der Virologe dem nächsten Virus widmen: MERS, das tödliche Atemwegsinfektionen hervorrufen kann.

Update vom 23. November, 14.57 Uhr: Die Frage nach der Immunität nach einer Coronavirus-Infektion* ist ungeklärt. Forscher kommen jetzt in der bisher umfangreichsten Studie zu interessanten Ergebnissen.

Erstaunlich sind auch die Ergebnisse von Experten, die den Effekt der Corona-Maßnahmen auf den Klimawandel untersucht haben. Die Hoffnungen, dass die Auswirkungen von lahmgelegten Wirtschaftszweigen und verringertem Flugverkehr zumindest auf den Klimawandel positiv sein könnten, müssen Forscher zunichte machen.

Trotz Corona-Beschränkungen: Berliner Polizei löst Technoparty mit mehr als 130 Gästen auf

Update vom 23. November, 13.15 Uhr: Am Wochenende wurde in Berlin eine Technoparty mit mehr als 130 Gästen von der Polizei aufgelöst. Die Beamten wurden am frühen Sonntag zu einem Klub im Stadtteil Lichtenberg gerufen, in dem laute Musik lief, erklärte ein Polizeisprecher am Montag. In der Diskothek trafen die Einsatzkräfte über 130 Menschen an. „Die Einhaltung der Abstände sowie das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung waren in Gänze nicht feststellbar“, schrieb die Polizei Berlin auf Twitter.

Gegen die Anwesenden und den Veranstalter wurden Anzeigen wegen Verstoßes gegen die Hygieneschutzverordnung erstattet. Im Anschluss an die Räumung der Diskothek wurden zudem Drogen gefunden. Diesbezüglich sei eine weitere Anzeige erstattet worden, die Drogen hätten allerdings keinem der Anwesenden zugeordnet werden können.

Corona in Deutschland: Falsche Testergebnisse können Todesfälle zur Folge haben

Update vom 23. November, 12.30 Uhr: Patientenschützer verlangen eine Prüfung zur Zuverlässigkeit von Corona-Schnelltests. Bisher verlasse man sich dabei allein auf die Angaben des jeweiligen Herstellers, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur. „Deshalb muss der Bundesgesundheitsminister dafür sorgen, dass sofort staatlich anerkannte, unabhängige Labore die Qualität evaluieren.“ Es müsse unbedingt verhindert werden, dass Tests minderer Qualität zum Einsatz kommen - schließlich könne schon ein einziges falsches Testergebnis mehrere Todesfälle zur Folge haben.

„In den letzten Wochen ist die Zahl der Anbieter von Schnelltests explodiert“, sagte Brysch. Beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte werden Antigen-Tests zum Nachweis von Sars-CoV-2 aufgelistet, die laut Herstellerangaben die Mindestkriterien erfüllen. Mehr als 200 Produkte waren bereits bis zum Freitag dort erfasst.

Corona in Deutschland: Patientenschützer mit „großen Sorgen“ zur Zuverlässigkeit von Schnelltests

„Dass Schnelltests rasche Ergebnisse über die Infektiosität liefern, ist unbestritten“, so Brysch. „Jedoch sind die Ergebnisse nicht immer von gleicher Qualität.“ Für Käufer wie Pflegeheime sei nicht zu erkennen und nicht prüfbar, ob die von den Herstellern gemachten Angaben tatsächlich stimmten. Brysch plädiert dafür, nur staatlich geprüfte Antigen-Tests einzusetzen. Der Markt müsse geordnet und die Aussagekraft der Angaben gesichert werden. „Sonst wiegen sich die Tester in einer Scheinsicherheit“, sagte er. „Ich habe da aus Patientensicht große Sorgen.“

Auf der Bundespressekonferenz am Montag sagte eine Sprecherin, Deutschland habe sich bereits rund 23 Millionen Schnelltests auf das Coronavirus gesichert. Die Verfügbarkeit dieser Tests steige schnell, erklärte sie weiter. Die Schnelltests haben den Vorteil, dass kein Labor dafür nötig sei. Dennoch brauche es geschultes Personal zur Durchführung.

Patientenschützer fordern eine Prüfung zur Zuverlässigkeit von Corona-Schnelltests.

Update vom 23. November, 10.35 Uhr: Die von SPD-Ministerpräsidenten regierten Bundesländer fordern vom Bund einen sogenannten „Corona Soli“. Am 25. November findet der Corona-Gipfel statt. Die Länder-Chefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel beraten dann über den Corona-Fahrplan.

Corona in Deutschland: Zehntausende Straftaten im Zusammenhang mit der Pandemie

Update vom 23. November, 10.05 Uhr: Die Corona-Pandemie hat den Staatsanwaltschaften erhebliche Mehrarbeit beschert. Bundesweit erreichten die Strafverfolger seit Beginn der Corona-Krise etwa 20.000 Fälle wegen erschlichener Corona-Soforthilfen oder anderer Straftaten mit Pandemie-Bezug, sagte der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes, Sven Rebehn, der Welt. Nach Einschätzung des Richterbundes dürfte es bis weit ins nächste Jahr hinein dauern, ehe die Strafjustiz alle Corona-Verfahren abgearbeitet hat.

Die Subventionsfälle bezögen sich meist noch auf das Corona-Hilfsprogramm aus dem Frühjahr. Ob aus den sogenannten Novemberhilfen zur Abfederung des aktuellen Teil-Lockdowns strafrechtlich ein Nachlauf entstehe, bleibe abzuwarten, sagte Rebehn. Mit rund 7500 Verfahren wegen Verdachts auf Subventionsbetrug und anderer Betrugsmaschen verzeichnen die Ermittler in Nordrhein-Westfalen die höchsten Fallzahlen. Das geht aus einer Umfrage der vom Richterbund herausgegebenen Deutschen Richterzeitung bei den Justizministerien und Staatsanwaltschaften der Länder hervor. Es folgen Berlin und Bayern mit mehr als 4500 beziehungsweise mehr als 2200 Fällen mit Corona-Bezug.

Corona in Deutschland: Intensivmediziner warnen vor Überlastung der Krankenhäuser

Update vom 23. November, 8.45 Uhr: Intensivmediziner warnen aufgrund der steigenden Zahl an schwer erkrankten Corona-Patienten vor einer Überlastung der Krankenhäuser. „Die Lage auf den Intensivstationen spitzt sich zu“, sagte der Präsident der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, gegenüber der Rheinischen Post. Die Politik habe seit September zu viel Zeit verschenkt. „Noch immer gibt es keine klaren Anweisungen an die Krankenhäuser, dass sie planbare Eingriffe und medizinisch unkritische Operationen verschieben sollen.“

Diese Anweisungen seien jetzt zwingend notwendig, damit die Krankenhäuser handlungsfähig bleiben und gleichzeitig unbürokratisch und schnellstmöglich finanzielle Kompensationen für Einnahmeverluste bereit gestellt werden. „Es darf nicht dazu kommen, dass wir Notfälle wegen überlasteter Corona-Stationen abweisen müssen“, sagte Janssens.

Nach Divi-Daten stieg die Zahl der Intensivpatienten am Sonntag auf 3709 - damit waren es 79 mehr als am Vortag. 2132 von ihnen wurden invasiv beatmet. Derzeit sind rund 6650 Betten frei. Vor einem Monat betrug die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen etwas mehr als 1100, vor zwei Monaten rund 290.

Corona in Deutschland: Spahn und Scholz erwarten erste Impfungen noch in diesem Jahr

Update vom 23. November, 7.18 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn und Vizekanzler Olaf Scholz erwarten die ersten Corona-Impfungen in Deutschland noch in diesem Jahr. „Es gibt Anlass zum Optimismus, dass es noch in diesem Jahr eine Zulassung für einen Impfstoff in Europa geben wird. Und dann können wir mit den Impfungen sofort loslegen“, sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Gesundheitsminister Jens Spahn erwartet die ersten Corona-Impfungen in Deutschland noch in diesem Jahr.

Corona in Deutschland: RKI vermeldet 10.864 neue Fälle am Montag

Update vom 23. November, 6.43 Uhr: Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut (RKI) vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages sind 10.864 neue Fälle übermittelt worden, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab.

Vergangenen Montag lag die Zahl der Neuinfektionen bei 10.824 - die aktuellen Zahlen sind also auf dem Niveau der Vorwoche. Am Freitag war mit 23.648 gemeldeten Fällen ein Höchststand erreicht worden. An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg binnen 24 Stunden um 90 auf insgesamt 14.112. Seit Beginn der Pandemie zählt das RKI insgesamt 929.133 nachgewiesene Corona-Infektionen in Deutschland.

Corona in Deutschland: Brisantes Papier - Experten kritisieren Merkel & Co. scharf

Update vom 22. November, 19.12 Uhr: Der Wellenbrecher-Lockdown funktioniert noch nicht wie gewünscht - einige Wissenschaftler und Experten fordern einen „unvermeidlichenStrategiewechsel im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

In einem 49 Seiten langen Schreiben, das der Welt vorliegt (Artikel hinter Bezahlschranke) kritisieren die Autoren die Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern scharf. Der November-Lockdown verfehle sein Ziel. Statt einer „Welle, die gebrochen werden kann“, sprächen die gegenwärtigen Daten eher für ein „kontinuierliches Ansteigen der Zahlen“. Eine leichte Abflachung der Zahlen möge zwar beobachtet werden, doch die Hoffnung auf ein Zurück zu Zahlen wie im August entbehre jeder Grundlage.

„Wir praktizieren gerade eine aus dem Straßenverkehr vertraute Methode, das Stotterbremsen“, sagte Holger Pfaff, Professor für Medizinsoziologie an der Universität Köln, und Mitautor des Thesenpapiers der Welt.  „Wir bremsen, lösen die Bremse und bremsen danach wieder und so weiter.“ Vielen Menschen sei nicht klar, dass das Virus nicht so schnell verschwinde, so lange sich nicht alle impfen ließen.

Lockdown light in Deutschland - Wissenschaftler kritisieren Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern

In dem Thesenpapier werfen die Autoren Bund und Ländern zudem vor, den Schutz von Risikogruppen zu missachten. Gegenwärtig sieht die Autorengruppe die Hochrisikogruppen weitgehend ungeschützt. Die Bevölkerung werde „sehenden Auges in eine ‚kalte Herdenimmunität‘ getrieben“. „Verletzliche Bevölkerungsgruppen“ müssten mehr geschützt werden und ins Zentrum der Pandemiebekämpfung rücken. Es sei nicht auszuschließen, „dass eine weitgehende Durchseuchung der Bevölkerung so rasch eintritt, dass selbst eine Impfung nicht mehr zu einem Trendwechsel beitragen kann.“

Die derzeit verwendeten Grenzwerte sind nach Ansicht der Wissenschaftler und Experten unbrauchbar. „Der Wert ‚50 Fälle auf 100.000 Einwohner‘ ist inhaltsleer“, sagt Medizinprofessor Matthias Schrappe, ein weiterer Mitautor des Papiers der Welt. Es müssten realistische Ziele sein, alles andere entmutige nur. Die Autorengruppe fordert zudem langfristige Bevölkerungsstudien, auch um die Dunkelziffer bei den Infektionen besser festzustellen.

Corona in Deutschland: Trend bei den Neuinfektionen in Sicht?

Update vom 22. November, 18.27 Uhr: Die Reproduktionszahl - kurz R-Wert - ist ein Indikator in der Corona-Pandemie. Der aktuelle R-Wert liegt bei 1,08 (Vortag: 1.05), das geht aus dem aktuellen Covid-19-Lagebericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Sonntagabend (22. November) hervor. Das sogenannte 7-Tage-R liegt bei 1,03 (Vortag: 1,07). Dieser Wert spiegelt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt dieser Wert längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Da die Zahl der Corona-Infizierten derzeit in Deutschland sehr hoch ist, bedeutet dies weiterhin eine hohe Zahl von täglichen Corona-Fällen, erklärt das RKI in seinem Lagebericht.

Die Zahl der tägliche gemeldeten Neuinfektionen liegt am Sonntag erfahrungsgemäß niedriger als beispielsweise am Dienstag. Der Grund: Am Wochenenden werden insgesamt weniger Proben genommen und insgesamt weniger getestet wird. Insofern lassen sich Trends beim Infektionsgeschehen besser bei mit einem Blick auf eine gesamte Woche ablesen. Aus den Zahlen der Neuinfektionen pro Woche leitet sich die sogenannte 7-Tage-Inzidenz ab. Die 7-Tage-Inzidenz gibt die Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen an. Die 7-Tage-Inzidenz liegt deutschlandweit bei 141. In der vergangenen Woche lag die 7-Tage-Inzidenz relativ stabil bei 140, mit ein paar Abweichungen nach unten und oben.

Corona in Deutschland: aktuelle Fallzahlen vom RKI (Datenstand: 22. November, 0 Uhr)

Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie918.269
Todesfälle in Verbindung mit Sars-CoV-214.022
Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden15.741
aktive Corona-Fälle in Deutschland300.400

Update vom 22. November, 18.21 Uhr: Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sind weiter auf einem hohen Niveau. Noch ist ein sehnlichster erhoffter Rückgang kaum zu erkennen. „Ich bin auch etwas enttäuscht von den Infektionszahlen heute und in den letzten Tagen. Ich hätte mir mehr erhofft“, so der Hamburger Intensivmediziner Stefan Kluge. Der Mediziner gibt eine düstere Prognose für das Frühjahr 2021 ab.

Corona in Deutschland: Hohe Infektionszahlen vor der Lockdown-Entscheidung - erste Kliniken reagieren

Erstmeldung vom 22. November 2020

Berlin - Die Corona*-Infektionszahlen in Deutschland sind weiterhin hoch. Zwar meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) mit 15.741 Neuinfektionen innerhalb eines Tages am Sonntag einen vermeintlich geringen Wert, doch noch am Freitag (20.11) lag die Zahl noch bei knapp 22.600 Infektionen. Ähnlich sieht das Bild bei den Inzidenzwerten aus.

Doch wo stecken sich die Menschen aktuell an? Laut Robert-Koch-Institut sind die Infektionsgeschehen derzeit meist diffus und schwer zuzuordnen. Häufungen seien jedoch in „Haushalten, in Gemeinschaftseinrichtungen und Alten- und Pflegeheimen sowie in beruflichen Settings und ausgehend von religiösen Veranstaltungen“ aufgetreten.

Durch die vermehrte Ansteckung in Altenheimen stieg seit Mitte Oktober auch die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Corona-Patienten* deutlich an - von 655 Patienten (15.10) auf 3.630 (21.11). Virologen und Minister warnten bereits vor einem Kollaps der Krankenhäuser. Derzeit gebe es jedoch noch keine Engpässe, gibt die Deutsche Krankenhausgesellschaft vorerst Entwarnung. In einigen Regionen werden jedoch planbare Behandlungen bereits verschoben, um freie Kapazitäten zu schaffen.

Corona in Deutschland: Teil-Lockdown seit Anfang November - Wie geht es weiter? - Verlängerung oder Verschärfung?

Seit dem 2. November gilt in Deutschland ein Teil-Lockdown. Restaurants und Cafés sind geschlossen, Freizeitaktivitäten auf Eis gelegt. Sogar die große Silvesterparty am Brandenburger Tor soll abgesagt werden. Doch der ursprünglich bis Anfang Dezember geplante Lockdown scheint bislang noch nicht seine gewünschte Wirkung zu zeigen. Die Infektionszahlen sind weiterhin hoch. Am Mittwoch will Angela Merkel daher mit den Länder-Chefs um eine Verlängerung oder Verschärfung der Maßnahmen beraten. Ersteres scheint dabei für viele Politiker bereits festzustehen. „Alles spricht dafür, dass die aktuellen Beschränkungen über den 30. November hinaus noch eine Zeit lang fortgesetzt werden müssen“, sagte beispielsweise Finanzminister Scholz der Bild am Sonntag.

Auch Virologen und Mediziner sprachen sich für eine Verlängerung aus. „Zielsetzung war es, einen deutlichen Rückgang der Neuinfektionen zu erreichen. Fast drei Wochen nach Beginn der Maßnahmen sehen wir aber keinen deutlichen Abfall, sondern eine Seitwärtsbewegung“, sagte etwa der Chef-Virologe der Uni-Heidelberg, Hans-Georg Kräusslich, der Rhein-Neckar-Zeitung.

Auch wenn die grobe Linie festzustehen scheint, die einzelnen Maßnahmen werden bislang noch sehr kontrovers diskutiert. SPD und die Freien Wähler in Bayern warnen vor einem „Endlos“-Lockdown. „Weihnachten* und Silvester sollen die Menschen ihre Liebsten treffen können“, hieß es aus Kreisen der SPD. Auch die sogenannte „Ein-Freund-Regel“ steht in der Kritik, wie unter anderem Merkur.de* berichtet. Rheinland-Pfalz‘ Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) klagte sie gar als „lebensfremd“ an. Die neuen Regelungen werden dann am Mittwoch feststehen. Einige Details der Pläne sind allerdings bereits an die Öffentlichkeit gelangt. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © Michael Reichel/dpa

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