Vorbestrafter Kinderfänger soll 12-Jährige vergewaltigt haben

Entführte Schülerin ruft Polizei an: „Bitte rettet mich“

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Die Polizei am Einsatzort nach der grausamen Entführung in Leipzig.
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Der kurze Notruf kommt aus einem Transporter. Eine Zwölfjährige meldet sich am Mittwoch bei der Leipziger Polizei, nennt ihren Namen und sagt, sie sei entführt worden.

Leipzig - Horrorszenario in Leipzig: Eine 12-Jährige wird von Frank L. (36) am Mittwoch im Leipziger Stadtteil Grünau nach der Schule entführt. Weil der 36-Jährige ihr das Handy nicht abnimmt, ruft sie völlig verstört und ängstlich aus einem Lieferwagen die Polizei, wie Bild.de berichtet

„Sie sagte ,Bitte rettet mich‘, gibt eine detaillierte Beschreibung des Transporters ab“, erklärte später ein Polizeisprecher. Als der Entführer merkt, dass die 12-Jährige telefoniert, stoppt er sofort den Wagen, reißt der Schülerin das Handy aus der Hand und zerstört es. Kurze Zeit später hält er erneut an und soll sich an dem Mädchen vergangen haben. 

Die einzig gute Nachricht des schrecklichen Entführungsdramas: Der mutmaßliche Täter ist gefasst. Dank der Beschreibung und mit technischen Mitteln ortete die Polizei einen weißen Miettransporter auf der Autobahn 38 an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt. Spezialeinsatzkommando und Mobiles Einsatzkommando rückten aus. Die Fahnder stoppten das Fahrzeug bei Lützen, nahmen den 36 Jahre alten Mann am Steuer fest und befreiten das Mädchen, wie die Polizei mitteilte.

Zum genauen Hergang der Tat halten sich die Ermittler einen Tag danach weitgehend bedeckt. „Wegen der besonderen Schutzbedürftigkeit des Mädchens werden wir dazu keine Angaben machen“, sagte Felix Mezger, Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig, am Donnerstag. Damit bleibt zum Beispiel die Frage offen, ob die Zwölfjährige mit Gewalt in den Transporter gezwungen wurde oder ob Frank L.  sie  nach Schulende am Gymnasium angelockt hat. Wie Tag24.de berichtet,  soll Frank L., der ein gerichtliches Kontaktverbot zu Kindern hat, erst 2015 verurteilt worden sein - weil er sich beim Sex mit einer Jugendlichen filmte und das Mädchen danach mit dem Video erpresste.

Polizei hält sich mit Infos zurück

Die Entführung begann im Leipziger Stadtgebiet. Gegen 15.30 Uhr ging der Notruf ein. Das Mädchen sei inzwischen wieder bei seinen Eltern, sagte Polizeisprecher Andreas Loepki. Es sei erstaunlich gefasst gewesen.

Der mutmaßliche Entführer wird von der Polizei vernommen. Was er sagt - auch das geben die Fahnder „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht bekannt. Gegen den 36-Jährigen wurde am Donnerstag Haftbefehl erlassen. Ihm werden Freiheitsberaubung, ein Sexualdelikt und Körperverletzung vorgeworfen.

Verhafteter wegen des Erwerbs und Besitzes von Kinderpornografie vorbestraft

Der 36-Jährige ist wegen des Erwerbs und Besitzes von Kinderpornografie vorbestraft. 2015 habe er deswegen eine Geldstrafe erhalten, sagte Mezger. Der Mann wohnte in Leipzig, stammt aber ursprünglich aus Sachsen-Anhalt. Wohin er mit der Zwölfjährigen wollte, sei noch unklar. Familiäre Verbindungen zwischen Opfer und Täter bestünden nicht. Es gebe auch keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Mann und das Mädchen kannten.

Polizeisprecher Loepki sagte, die Zwölfjährige habe sich sehr clever verhalten. Es sei gut gewesen, dass sie nicht erst versucht habe, ihre Eltern anzurufen, sondern direkt den Notruf wählte. Das kurze aufgezeichnete Gespräch habe immer wieder angehört werden können - was die Ortung und den Zugriff etwa drei Stunden nach Beginn der Entführung erleichtert habe.

mk/dpa

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