Wertvoller Hinweis

Doppelmord: Durchbruch nach Anruf bei „Aktenzeichen XY“

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Dieses Phantombild könnte den Durchbruch im Mordfall Regina Neudorf bringen - dank einem Zuschauer von Aktenzeichen XY.
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Wuppertal - Am Mittwochabend war ein Doppelmord Thema bei „Aktenzeichen XY“. Trotz eines sehr genauen Täterprofils wurde 30 Jahre lang kein Schuldiger gefasst. Jetzt gibt es eine heiße Spur.

Ein mysteriöser Fall. Es geschieht im Mai 1979. Eine junge Frau verschwindet nach einer Partynacht. Die 17-Jährige will von der Disco nach Hause trampen, kommt jedoch nie bei ihrem Vater an. Am nächsten Tag findet ein Reiter die zerstückelte Frauenleiche im Wald in der Nähe von Velbert bei Wuppertal, wo das Opfer seine letzte Partynacht feierte. Der Fundort ist nicht weit vom Heimatort von Regina Neudorf entfernt. Für die zuständigen Ermittler ist das zunächst eine Erleichterung: Der Täter kommt bestimmt aus der Gegend. Auch die nachfolgenden Hinweise lassen weiter hoffen: Der Täter hat offensichtlich anatomische Kenntnisse, Sägemehlspuren und Tierblut werden an der Leiche gefunden. Alles deutet darauf hin, dass der Mörder wusste, was er tat: ein Metzger.

Grausame Präzision

Es soll eigentlich alles ganz schnell gehen - alle Metzger aus Velbert und Umgebung werden vorgeladen. Doch trotz über 300 Vernehmungen stößt die Kriminalpolizei an ihre Grenzen. Sie kann den Täter nicht aufspüren.

30 Jahre später. Inzwischen arbeitet die Polizei mit Hilfe von DNA-Analysen. Der Fall Regina Neudorf wird noch einmal aufgerollt. Und tatsächlich, es gibt einen Treffer. Die DNA, die an der Toten festgestellt werden konnte, wurde schon einmal in der Datenbank erfasst: 1984, auch damals wurde eine junge Tramperin tot aufgefunden. 

Es handelt sich also um einen Doppelmord!

Haben es die Ermittler mit einem Serienkiller zu tun?

April 2017. Regina Neudorf ist mittlerweile seit 38 Jahren tot. Doch die Kriminalpolizei lässt der Fall nicht los. Wer ist der kaltblütige Mörder, der zwei junge Frauen aus dem Leben riss? Die ZDF-Sendung Aktenzeichen XY soll den Durchbruch bringen. Dank der Zeugenaussage eines Trampers von 1984, der Beschreibungen vom mutmaßlichen Täter und seinem Fahrzeug abgeben konnte, kann in der Sendung am Mittwochabend ein Phantombild präsentiert werden. Die Grafik zeigt einen blondgelockten Mann um die 30 mit Oberlippenbart. Er soll zur Tatzeit einen rotbraunen Sportwagen mit Wuppertaler Kennung gefahren haben - sollten diese Informationen nicht eigentlich ausreichen?

Glasklares Täterprofil

Tatsächlich könnten die Ermittler Glück haben: Während der Sendung am Mittwochabend gehen über 30 Anrufe zum Fall Neudorf ein. Viele wollen insbesondere den Sportwagen kennen, manche weisen darauf hin, dass nicht nur Metzger in der Lage seien, Körper mit Expertise auseinander zu nehmen - auch Ärzte und Viehhändler kämen daher in Frage. 

Nur ein Anruf fällt aus der Reihe: Der Informant kann eine Person nennen, die dem Phantombild ähnlich sehe. Damit nicht genug: Zur damaligen Zeit habe der Verdächtige einen Sportwagen gefahren. Beruf: Metzger. Kann es sich dabei wirklich um den Mann handeln, den die Polizei über 30 Jahre lang gesucht hat? Sicher ist das nicht. Vielleicht aber haben die Ermittler doch noch Glück und können das Verbrechen aufklären. Es wäre nicht das erste Mal: Erst Anfang April 2017 konnte der schockierende Fall eines Doppelmords in Bayern gelöst werden, nachdem die Sendung Aktenzeichen XY den Fall in der Öffentlichkeit präsentiert hatte.

lg

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