Tragischer Unfall

Großvater sucht die letzten Fotos seiner verunglückten Enkelin 

Bei einem tragischen Unfall auf der A9 Ende Juli kam Henriette (9) ums Leben. Ihr Großvater sucht jetzt das Letzte, was von ihr bleibt: Ihre zwei Kameras.

Weißenfels - Das kleine Mädchen wurde am 30. Juli bei einem Unfall auf der Autobahn 9 nahe des Parkplatzes Pörstental (Sachsen-Anhalt) tödlich verletzt. Nun sucht ihr Großvater Klaus-Werner Beyer verzweifelt nach den beiden Kameras, auf denen die letzten Fotos seiner Enkelin zu sehen sind, berichtet die Mitteldeutsche Zeitung

Das Mädchen war am Unfalltag mit ihrer Mutter, ihrem 14-jährigen Bruder und dessen Segel-Trainerin in einem Wohnmobil mit Bootsanhänger unterwegs. Sie waren auf dem Rückweg von den Meisterschaften im Segeln in Travemünde an der Ostsee. Die Mutter verlor laut Polizei gegen 2.45 Uhr die Kontrolle über das Wohnmobil und den Anhänger, geriet ins Schleudern und landete in der Böschung. Henriette wurde dabei eingeklemmt und verstarb noch an der Unfallstelle.

Ein Schatten löste die Tragödie aus

Beyer erzählt, dass Henriettes Mutter entweder auf den Rastplatz Pörstental oder eine Abfahrt weiter wollte, um dann im Wohnmobil zu schlafen. Ein Schatten, der über die Autobahn huschte, war der Auslöser für den tragischen Unfall. „Sie ist ausgewichen und dann ist das Fahrzeug ins Schwanken geraten“, sagt Beyer. 

An dem Wochenende wurde der 14-Jährige Deutscher Meister, Großvater Klaus-Werner Beyer hat die Familie an dem Tag noch besucht und Zeit mit seinen Enkeln verbracht, berichtet die MZ. Er hätte jedoch nie gedacht, dass er seine Henriette zum letzten Mal sehen würde. 

Nichts ist mehr wie vorher

„Es ist für uns der Supergau“, sagt der verzweifelte Großvater. Seit dem Unglück sind die Mutter und der Bruder in psychiatrischer Behandlung. Henriettes Bruder soll sogar noch versucht haben, seine eingeklemmte Schwester zu befreien, was ihm jedoch nicht gelang, erzählt Beyer. Am Tag nach der Tragödie hatte der Junge Geburtstag. 

Es wären die letzten Fotos

Die Familie aus Hamburg nahm Tage nach dem Unfall ihre persönlichen Sachen aus dem Fahrzeug mit, schreibt die MZ. Dabei fiel ihnen auf, dass die beiden Kameras von Henriette fehlen. Sämtliche Anrufe bei der Polizei, dem Bergungsunternehmen und Schreiben an die Feuerwehr brachten bei der Suche nach den letzten Erinnerungen an das Mädchen keinen Erfolg. 

Klaus-Werner Beyer gibt die Hoffnung nicht auf und wendet sich jetzt an die Öffentlichkeit.

Die MZ beteiligt sich und ruft am Mittwoch bei Einsatzkräften an und beauftragen Abschlepp- und Entsorgungsunternehmen, jedoch ohne Erfolg. Die Kameras tauchen nicht auf.

Auch die Beamten der Autobahnpolizei Weißenfels geben ihr Bestes und lassen sich von der MZ aufmerksam den Appell des Großvaters schildern. Sie notieren sich sogar die Modellbezeichnungen der Kameras und wollen nochmal danach suchen.

Die Fotos sind alles, was Klaus-Werner von seiner Enkelin in diesem Leben bleibt. Er ist sehr dankbar für die Bemühungen der Beamten. Das Unglück hat das normale Leben der Familie vollkommen verändert. 

„Wir sind einfach untröstlich“, äußert Klaus-Werner Beyer. 

sdr

Rubriklistenbild: © dpa Symbolbild

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