Blutgruppe bringt Wahrheit ans Licht

Falsche Sperma-Spende: Klägerin erhält Schmerzensgeld

Nach der ersten künstlichen Befruchtung wollte eine Frau erneut Sperma vom selben Spender. Hierbei unterlief aber ein Fehler mit Folgen für die Klägerin.

Hamm - Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm hat einer Mutter 7500 Euro Schmerzensgeld zugesprochen, der in einer Arztpraxis bei einer künstlichen Befruchtung "falsches" Sperma übertragen wurde. Die entsprechende Pflichtverletzung der Ärzte habe zu körperlich-psychischen Beeinträchtigungen der Frau beigetragen, urteilte das Gericht in einem am Mittwoch veröffentlichten rechtskräftigen Urteil. 

Gemeinschaftliche Kinder sollten Vollgeschwister sein

Die Klägerin lebte demnach in einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft und ließ von den beklagten Ärzten eine künstliche Befruchtung mit Samen eines ihr unbekannten Spenders vornehmen. In der Folge gebar die Frau ein Mädchen, das die damalige Lebenspartnerin der Mutter später als gemeinschaftliches Kind annahm.

Nach der Geburt des Mädchens wandte sich die Mutter erneut an die Arztpraxis, um eine weitere künstliche Befruchtung vornehmen zu lassen - und zwar ausdrücklich mit dem Samen desselben unbekannten Spenders. Grund war nach Gerichtsangaben, dass die Frau Vollgeschwister als Kinder haben wollte.

Die Blutgruppe brachte die Wahrheit ans Licht

Nach der neuerlichen künstlichen Befruchtung gebar die Frau einen Jungen. Da ihre beiden Kinder aber unterschiedliche Blutgruppen hatten, erkundigte sich die Klägerin bei den Ärzten nach dem Vater - und erfuhr schließlich, dass das Mädchen und der Junge nicht von demselben Spender gezeugt worden waren.

Diese Nachricht habe bei ihr eine körperlich-psychische Belastungssituation mit Erschöpfungszuständen, depressiven Episoden und Schuldgefühlen gegenüber beiden Kindern ausgelöst, machte die Frau vor Gericht geltend. Auch das OLG gelangte zu der Auffassung, die zur Behandlung der Klägerin erforderliche Langzeittherapie sei durch die Pflichtverletzung der Ärzte mitverursacht worden.

Das könnte Sie auch interessieren: „Kinderwunsch trotz Krebs: Diese Möglichkeit haben Betroffene

AFP

Rubriklistenbild: © Symbolbild / dpa / Ralf Hirschberger

Meistgelesene Artikel

15-Jähriger stirbt nach Prügelei: Familie spricht von „unermesslicher Trauer“

Nach dem Tod eines 15-Jährigen ist die Trauer in Passau groß. In einer bewegenden Todesanzeige …
15-Jähriger stirbt nach Prügelei: Familie spricht von „unermesslicher Trauer“

Frau fährt eigene Schwester um und beschädigt vier Autos

Eine Frau aus dem Landkreis Zwickau hat am Sonntag für einen schweren Unfall gesorgt. Dabei wurde …
Frau fährt eigene Schwester um und beschädigt vier Autos

Kommentare