Starttermin soll schon feststehen

Corona-Impfpass für Deutschland laut Experte „nicht zu verhindern“ - Senioren könnten vor Problemen stehen

  • Marcus Giebel
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Seit Wochen wird hitzig über die Einführung eines Impfpasses debattiert. Ein Experte sieht keine Alternative. Allerdings scheinen die EU-Pläne nicht alle Senioren abzuholen.

München - Die Angst vor dem neuartigen Coronavirus und seinen hartnäckigsten Mutationen wird Deutschland auch über dieses Jahr hinweg begleiten. Denn so ganz verflüchtigen wird sich Sars-CoV-2* leider nicht. Weshalb die Entwicklung einer Zwei-Klassen-Gesellschaft drohen könnte. Auf der einen Seite die Geimpften*, auf der anderen die Bürger, die sich dem Pieks verweigern.

Denn sicher ist anscheinend schon jetzt, dass ein Impfpass kommen wird. Das berichtet die Bild, die von einem entsprechenden Beschluss des Corona-Kabinetts erfahren haben will. Allerdings handele es sich um eine digitale Version zur Nutzung auf Handys. Konkret werde die elektronische Patientenakte mit dem entsprechenden Impfnachweis erweitert.

Impfpass kommt: Starttermin wohl im Januar 2022 - dann könnte jeder Deutsche geimpft sein

Als Starttermin wird Januar 2022 ins Auge gefasst. Bis spätestens dahin sollte jeder Bürger in Deutschland die Möglichkeit* geboten bekommen haben, sich einen der in der EU zugelassenen Impfstoffe verabreichen zu lassen. Einer neuen Studie des IT-Branchenverbandes „Bitkom“ zufolge nimmt die Impfbereitschaft in der Bundesrepublik weiter zu. Unter den mehr als 1000 Befragten hätten sich 72 Prozent für diese Behandlung ausgesprochen, wie ntv zitiert.

Dennoch könnte es für Millionen Deutsche vor Restaurants, Kinos oder Hotels ab kommendem Jahr heißen: Du kommst hier nicht rein. In der Bild wird Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission des Bundes - kurz: STIKO -, so zitiert: „In der Lebensvorsorge, in Kliniken oder Heimen, kommt das nicht infrage. Aber im privatrechtlichen Bereich - bei Kinos, Theatern, Restaurants und auf Fluglinien kann ich mir einen solchen Nachweis sicher vorstellen.“

Ab dem Jahr 2022 mutmaßlich eines der wichtigsten Dokumente: Der Impfpass soll die Rückkehr ins normale Leben begünstigen.

Impfpass kommt: In manchen Ländern ersetzt Nachweis die Pflicht zu Test und Quarantäne

Der Virologe des Robert-Koch-Instituts* verweist auch auf andere Nationen: „International ist das ja schon vielfach eingeführt, ist damit bei uns gar nicht zu verhindern.“ Als Beispiele können hier Dänemark, Schweden oder Griechenland* genannt werden. Aber auch Polen und Rumänien oder kleinere europäische Nationen wie Island, Estland, Georgien oder die Republik Moldau streichen die Test- und Quarantänepflicht im Falle eines Impfnachweises. Die Initiative mehrerer EU-Staaten für einen gemeinsamen Impfpass wird auch von der Bundesregierung unterstützt.

Wie die Bild weiter berichtet, sei bereits Ende Januar auf europäischer Ebene ein digitaler Standard-Corona-Impfnachweis beschlossen worden. Fraglich bleibt, ob das eine auch für Senioren zufriedenstellende Lösung wäre. Schon die oftmals nur digital abzuschließenden Impftermine bringen die älteren Generationen nicht selten zur Verzweiflung.

Mertens betont in dem Boulevardblatt zudem eben auch: „Wichtig ist, dass zunächst das Impfangebot ausreicht, um niemanden zu benachteiligen.“ Wenn das gewährleistet ist, müssen sich Impfverweigerer offenbar mit diversen Reiseeinschränkungen abfinden. Und wären dann auch im eigenen Land möglicherweise nicht überall willkommen, wenn es um Freizeitgestaltungen geht. (mg) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa

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