Wald soll gerodet werden

Autobahnausbau in Hessen: Klima-Aktivistin Luisa Neubauer mit Forderung an Regierung - Rüge an eigene Partei

Halbtotalen Porträt der Klima-Aktivistin Luisa Neubauer.
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Klima-Aktivistin Luisa Neubauer kritisiert die schwarz-grüne Regierung Hessens für die Pläne zur Rodung des Dannenröder Walds.
  • Thomas Eldersch
    vonThomas Eldersch
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Aktivistin Luisa Neubauer kämpft mit anderen Mitstreitern um den Erhalt des Dannenröder Walds in Hessen. Die schwarz-grüne Regierung will dort eine Autobahn bauen.

  • Der Dannenröder Wald soll einer Autobahn Platz machen.
  • Aktivisten haben ein Camp errichtet, um gegen eine Rodung zu protestieren.
  • FFF-Organisatorin Luisa Neubauer ärgert sich über die schwarz-grüne Regierung Hessens.

Dannenröder Wald - Vielen dürften die Bilder aus dem Hambacher Forst noch präsent sein. Umwelt-Aktivisten protestierten gegen dessen Abholzung, um einem Kohleabbaugebiet Platz zu machen. Die Widerstände gegen die Baumaßnahmen wurden zum Symbol der Klimabewegung in Deutschland. Jetzt protestieren wieder Aktivisten gegen ein ähnliches Projekt. In Hessen soll ein Teil des Dannenröder Walds einem Autobahnausbau weichen. Mit vor Ort ist Mitorganisatorin der deutschen „Fridays for Future“-Bewegung, Luisa Neubauer.

Klima-Aktivistin Luisa Neubauer kämpft gegen ihre eigene Partei

In einem Post am Montag (14. September) auf Twitter spricht Neubauer davon, dass der 300 Jahre alte Dannenröder Wald für einen Autobahnausbau der A49 gerodet werden soll. Sie bezeichnet die Pläne als „Wahnsinnsvorhaben“ und stellt die provokative Frage an ihre Parteikollegen von den Grünen* „Ob das drin ist, wo grün drauf steht?“. Sie fordert sowohl die schwarz-grüne Landesregierung sowie die Bundesregierung auf, den Bau zu stoppen. Der Wald sei kerngesund und gelte als Beispiel für nachhaltige Forstwirtschaft. Eine Rodung würde absehbar zu Trinkwasserkontaminierungen führen, so Neubauer weiter. Seit einem Jahr werde der „Danni", wie er auch bezeichnet wird, von Aktivisten besetzt, um gegen die Maßnahmen zu protestieren.

Am Mittwoch (16. September) machten sich dann zahlreiche Polizisten unterstützt von Forstarbeitern auf, um Rettungs-und Zufahrtswege, die durch Barrikaden der Protestierenden versperrt wurden, wieder zu räumen. Das Protestcamp sollte weiter bestehen bleiben. Auch Rodungsarbeiten waren noch nicht geplant. Zwei Aktivisten wurden nach Angaben der Polizei vorläufig festgenommen, weil sie versucht hatten, auf Forstfahrzeuge zu klettern. Eine andere Umweltschützerin wurde samt ihres selbstgebauten Hochsitzes zur Seite geschoben. Die Aktivisten verurteilten die Aktion als gefährlich, weil zuvor die Sitzblockade um den Hochstand nicht geräumt wurde.

Wer ist Luisa Neubauer - ein kurzes Portrait (Video)

Autobahnausbau durch den Danneröder Wald: Politiker verteidigen die Pläne

Kritik über den Polizeieinsatz kam auch vom Bundesvorsitzenden des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND), Olaf Bandt. Er forderte die Polizei dazu auf, „die verantwortungslose Aktion einzustellen“. Er geht davon aus, dass die Rodungen in Kürze starten werden. Er setzte sich auch für ein Moratorium des Autobahnausbaus der A49 ein. Der Dannenröder Forst solle „für einen verkehrspolitischen Planungsdinosaurier geopfert werden“. Er kündigte für die kommende Woche weitere Aktionen an.

Regierungspolitiker hingegen verteidigen den Bau und die damit verbundene Rodung. „Die Region insgesamt wird durch einen Lückenschluss näher an das Rhein-Main-Gebiet heranrücken“, erklärte CDU*-Fraktionschefin Ines Claus. Der grüne Regierungspartner wies darauf hin, dass die Planungen das „Ergebnis eines langen, rechtsstaatlichen und demokratischen Verfahrens“ seien. Die Grünen hätten sich gegen die Rodung ausgesprochen, ihre Position wäre aber nicht mehrheitsfähig gewesen. Die Landesverwaltung müsse gerichtlich bestätigte Entscheidungen aber umsetzen, sagte Grünen-Fraktionschef Mathias Wagner.

Der umweltpolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Felstehausen, machte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) verantwortlich für die Durchsetzung eines „aus der Zeit gefallenen“ Projekts. Al-Wazirs Äußerung „Wir müssen schlicht feststellen, dass wir diesen Kampf verloren haben“ sei „grotesk angesichts der Notwendigkeit einer Verkehrswende in Zeiten der Klimakrise“, erklärte er. (tel/afp) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Im Fall des Hambacher Forst durften Luisa Neubauer und ihre schwedische Mitstreiterin Greta Thunberg einen Erfolg feiern. Und gemeinsam waren sie vor kurzem auch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel um unter anderem über ihren offenen Brief an die EU zu sprechen.

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