Blutige Zusammenstöße

Menschenrechtler: über 350 Tote bei Krawallen in Nicaragua

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Trauer um die Opfer: Seit Mitte April kommt es in Nicaragua immer wieder zu blutigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten, regierungsnahen Paramilitärs und der Polizei. Foto: Carlos Herrera

Managua/Washington (dpa) - Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten, Sicherheitskräften und bewaffneten Regierungsanhängern sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten in den vergangenen Monaten 351 Menschen ums Leben gekommen.

Mindestens 2100 weitere seien verletzt worden, teilte die nicaraguanische Menschenrechtsorganisation ANPDH mit. Die Regierung spricht von rund 50 Toten.

Seit Mitte April kommt es in dem mittelamerikanischen Land immer wieder zu blutigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten, regierungsnahen Paramilitärs und der Polizei. Die jüngsten Proteste gegen die Regierung hatten sich ursprünglich an einer geplanten Sozialreform entzündet. Mittlerweile fordern die Demonstranten allerdings den Rücktritt von Präsident Daniel Ortega, ein Ende der Gewalt und eine freie Presse.

In Washington rief die Interamerikanische Menschenrechtskommission am Mittwoch zu mehr Druck auf Präsident Ortega auf. "Die internationale Gemeinschaft sollte sich äußern und von der Regierung verlangen, die Unterdrückung, die willkürlichen Festnahmen und die Menschenrechtsverletzungen zu stoppen", sagte der Exekutivsekretär der Kommission, Paulo Abrão.

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