Anstieg um rund 130 Prozent

Zahl der Kleinen Waffenscheine in Deutschland steigt weiter

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Die Zahl der Kleinen Waffenscheine in Deutschland ist laut einem Medienbericht weiter gestiegen. Foto: Oliver Killig

Berlin (dpa) - Die Zahl der Kleinen Waffenscheine in Deutschland ist weiter gestiegen. Dieser Waffenschein berechtigt zum verdeckten Tragen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen.

So waren im nationalen Waffenregister zum 31. Oktober 603.482 Scheine gemeldet, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin sagte. Das entspricht einem Anstieg von rund 130 Prozent seit dem 31.12.2014, als es 262.481 solche Erlaubnisse gab. Zuerst hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) über die Entwicklung berichtet.

Damit zeigt der Trend auch in diesem Jahr bislang nach oben: Ende 2017 lag die Zahl der gemeldeten Kleinen Waffenscheine im Nationalen Waffenregister noch bei 557.560, wie Anfang des Jahres aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervorging. Als möglicher Grund für das gestiegene Interesse an den Berechtigungen war in den vergangenen Jahren immer wieder Verunsicherung etwa durch Terroranschläge genannt worden.

Der Sprecher des Ministeriums betonte, mehr Anträge auf Kleine Waffenscheine führten auch zu einer weiteren "Verbreitung über das Wissen um den sicheren und den richtigen Umgang" mit solchen Waffen. "Insofern ist es durchaus in unserem Sinne, dass (…) diese Erlaubnisse weiter verbreitet werden."

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, reagierte besorgt: "Wir müssen aufpassen, dass wir in Deutschland keine amerikanischen Verhältnisse bekommen", sagte er dem RND. "Es besteht die Gefahr, dass Waffen nicht ordnungsgemäß eingesetzt werden und ihre Inhaber sich selbst gefährden." Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, warnte: "Mehr private Waffen schaffen nicht mehr Sicherheit – im Gegenteil: Sie haben das Potenzial, Konflikte in Gewalt eskalieren zu lassen."

Antwort auf Kleine Anfrage der Grünen - Januar 2018

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