Insel seit mehr als 40 Jahren geteilt

Zypern-Gespräche gehen in die entscheidende Phase

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„Kommt mit einer Lösung zurück“ - Unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen (UN) verhandeln die Führungen der griechischen und türkischen Zyprer, Nikos Anastasiades und Mustafa Akinci, in Genf.

Genf/Nikosia -  Kommt es zum Gipfeltreffen mit den Staats- und Regierungsspitzen der der Türkei, Griechenlands und Großbritanniens? Das entscheidet der dritte Tag der Zypern-Gespräche.

Die Verhandlungen über eine Wiedervereinigung des türkischen und des griechischen Teils Zyperns nach 43 Jahren Teilung gehen in eine entscheidende Phase. Die neuen Zypern-Gespräche in Genf haben einen kritischen Punkt erreicht: Am Mittwoch sollten griechische und türkische Zyprer erstmals Karten mit Vorschlägen für den künftigen Grenzverlauf vorlegen, wie der UN-Sonderbeauftragte Espen Barth Eide sagte. Der Norweger sprach von einem "sehr wichtigen" und "historischen" Moment. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mahnte, die Gespräche seien die "allerletzte Chance", den Konflikt auf normale Weise zu lösen.

Die Gespräche über die Wiedervereinigung der geteilten Mittelmeerinsel waren am Montag unter UN-Vermittlung in Genf wieder aufgenommen worden. Der zyprische Präsident Nicos Anastasiades und der Volksgruppenführer der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern, Mustafa Akinci, verhandeln nun erneut über eine Wiedervereinigung der seit 1974 geteilten Mittelmeerinsel.

Zum ersten Mal seit der Teilung Zyperns wollten am frühen Abend nun beide Seiten Karten mit ihren Vorschlägen für den Grenzverlauf vorlegen, wie Eide sagte. Die künftige Aufteilung Zyperns innerhalb eines möglichen föderalen Staates mit zwei Bundesländern ist der Knackpunkt der Gespräche.

Grenzverlauf auf Zypern ist noch unklar

Zwar ist grundsätzlich geklärt, dass die türkischen Zyprer einen Teil des von ihnen bislang kontrollierten Gebiets abgeben müssen. Nach Angaben des UN-Vermittlers ist eine Einigung zur prozentualen Aufteilung der Insel bereits in Reichweite. Der Grenzverlauf ist aber noch unklar, ganze Orte wie etwa Morfu in Nordzypern sind umstritten.

Die Karten zum Grenzverlauf sollten nach Angaben von Eide zunächst hinter verschlossenen Türen vorgelegt werden: Anwesend seien nur Anastasiades, Akinci und er selbst sowie Kartografen beider Seiten.

Zypern ist seit einem von der damaligen Militärjunta in Griechenland unterstützten Putsch und einer anschließenden türkischen Militärintervention im Jahr 1974 geteilt. Die Türkische Republik Nordzypern wird nur von der Türkei anerkannt. Die Republik Zypern trat 2004 der EU und dem Euro bei. Völkerrechtlich ist die ganze Mittelmeerinsel, auf der rund eine Million Menschen leben, Mitglied der Europäischen Union.

Bisherige Vermittlungsversuche scheiterten stets

Vermittlungsversuche in dem seit mehr als 40 Jahren andauernden Konflikt zwischen den griechischen und den türkischen Zyprern waren immer wieder gescheitert. Die zwei vorherigen Verhandlungsrunden im schweizerischen Mont Pèlerin am Genfer See waren Ende November ohne Durchbruch zu Ende gegangen. Die jetzige dritte Runde hatte am Montag begonnen. Für Donnerstag ist dann eine erweiterte Zypern-Konferenz vorgesehen, bei der unter anderem über Sicherheitsfragen beraten werden soll.

An der Konferenz werden auch Vertreter der drei Garantiemächte Zyperns teilnehmen: die Türkei, Griechenland und Großbritannien. Nach Angaben von Eide könnten der türkische Präsident Recep Tayypi Erdogan, der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras und der britische Außenminister Boris Johnson teilnehmen. Auch der neue UN-Generalsekretär Antonio Guterres und EU-Kommissionspräsident Juncker werden dabei sein.

Juncker mahnte am Mittwoch einen Durchbruch an: "Die Zeit ist gekommen, die Insel wiederzuvereinigen", sagte er bei einem Besuch in Malta. Er hoffe, dass "wir in der Lage sein werden, dieses schwierige Dossier in den nächsten Stunden und Tagen abzuschließen".

Sollte bei den Verhandlungen in Genf eine Einigung gefunden werden, müssten die Einwohner in beiden Teilen Zyperns der Vereinbarung noch in einem Referendum zustimmen.

AFP

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