Vox-Doku-Soap zeigt harte Realität

Obdachlos mit Baby - Vox-„Goodbye Deutschland“-Auswanderer übel gescheitert

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Tommy wanderte vor 17 Jahren nach Malibu aus. Nun droht ihm und seiner kleinen Familie die Obdachlosigkeit. 
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Dort leben, wo andere Urlaub machen - so sollte es bei „Goodbye Deutschland“ sein, ist es aber nicht immer. Ein Paar mit Kind ist nun sogar obdachlos.

Malibu - Palmen statt Plattenbau, Sonne statt Schnee und das ganze Jahr Urlaubsfeeling: Das erhoffen sich die Teilnehmer der Vox-Serie „Goodbye Deutschland“. Doch in der neuesten Folge der Doku-Soap am Montagabend zeigte der Sender einige Auswanderer, für die der Traum vom Glück in der Ferne zum Albtraum wurde. 

So erging es auch Tommy Lotz (29), der Deutschland vor 12 Jahren den Rücken kehrte und sein Glück in den USA suchte. Doch selbst im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist es schwer, ohne Ausbildung einen Job zu finden. Deshalb schlug sich Tommy zwei Jahre lang als Obdachloser am Strand von Malibu durch. Über das Internet lernte er die Ungarin Noemi (33) kennen, die schließlich zu ihm in die USA zog. Als Liebesnest des jungen Paares diente ein Zeltlager am Strand.

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Tommy und seiner Familie aus „Goodbye Deutschland“ droht Obdachlosigkeit

Doch es ging aufwärts: Die beiden fanden Arbeit, heirateten 2015 und auch Nachwuchs ließ nicht lange auf sich warten. Mit Söhnchen Leo wohnten sie in einer kleinen Wohnung - doch weil das Geld für die Miete nicht reichte, mussten sie ausziehen. Der jungen Familie drohte nun wieder ein Leben auf der Straße, denn soziale Absicherungen vergleichbar mit denen in Deutschland gibt es in den USA nicht. „Ich muss eine Unterkunft für meine Frau, mich und unser Baby finden“, konstatierte Tommy vor der Kamera.

Und der 29-Jährige hat Glück: Eine Hilfsorganisation bezahlt für seine kleine Familie vier Wochen lang ein Motel, in dem die beiden Auswanderer mit ihrem Baby vorerst unterkommen. Solange haben sie nun Zeit, eine günstige Wohnung zu finden. Doch bei der Ankunft in ihrer neuen Bleibe folgt der Schock. Zersprungene Fliesen, Schimmel und Dreck im Bad, es stinkt und die Bettlaken des Vormieters wurden nicht gewechselt. Für Tommy steht fest: Das ist eine Notlösung. So schnell es geht, will er hier wieder raus.

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„Goodbye Deutschland“: Peter stand ohne Wohnung und ohne Partnerin da

Wie focus.de berichtet, hat Tommy mittlerweile einen Job ergattert, in dem er besser verdient. Damit kann die Familie wohl in näherer Zukunft wieder in ein richtiges Zuhause ziehen. 

Anders sieht es beim 58-jährigen Peter Holz aus. Der ehemalige Unternehmer wollte mit einer neuen Lebenspartnerin in Mallorca zunächst von seinem Startkapital in Höhe von 40.000 Euro leben und später einen Beruf in der „Ferienbranche“ finden. Doch seine in Deutschland zurückgebliebene Ehefrau hielt scheinbar nichts von diesem Vorhaben. Sie leerte das gemeinsame Konto, Peter wurde obdachlos und stand daraufhin nicht nur ohne Wohnung, sondern auch ohne Partnerin da. 

Mittlerweile lebt der 58-Jährige in einer kleinen Wohnung. Die Miete beträgt pro Monat 150 Euro, fließendes Wasser und Strom gibt es nicht. Er finanziert sich, indem er auf der Straße „Spenden sammelt“. Betteln würde er nicht, erklärt er - denn er wolle niemanden direkt ansprechen, um ihn um Geld zu bitten.

„Goodbye Deutschland“ zeigt Bernd und Ralph, die keine Wohnung haben

Und auch ein weiteres Auswanderer-Duo versucht, sich in den Straßen von Palma über Wasser zu halten: Bernd und Ralph unterhalten die Passanten jeden Tag mit einer kleinen Show mit Riesenseifenblasen. Genug für eine eigene Wohnung verdienen die beiden damit nicht. So wohnen sie in einem Planenzelt nahe der bekannten Kathedrale. Bernd lebt dort bereits seit acht Jahren. Wohl fühle er sich dort zwar nicht, aber er denke sich jeden Tag, es könne ja wieder besser werden. 

Die Hoffnung aufgegeben hat auch Jörg (49) noch nicht. Bereits vor 30 Jahren war er ausgewandert, scheiterte immer wieder und kehrte zwischenzeitlich nach Deutschland zurück. Hier lebte er in einer Unterkunft für Obdachlose. Doch mit seiner Freundin Kathrin zog es ihn nun erneut in die Ferne: Auf Mallorca bot er Ausflüge als freier Promoter an, während Kathrin als Kellnerin arbeitete. Das Geld reicht gerade so, doch Jörg hatte schon wieder große Träume: Er wollte sich mit einer eigenen Agentur selbstständig machen und Ausflüge anbieten. Sein Plan schlug fehl, und Kathrin und Jörg mussten wieder in eine Notunterkunft. Aber Jörg bleibt weiterhin optimistisch: „Verlierer ist man erst, wenn das Spiel zu Ende ist“, sagt er. 

Sie gehören auf jeden Fall zu den Gewinnern von „Goodbye Deutschland“: Die Reimanns sind Deutschlands Kultauswanderer-Familie.

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Nun erwartet Tochter Janina Nachwuchs. Und auch bei den „Goodbye Deutschland“-Auswanderern Caroline und Andreas Robens läuft es gut - Caro muss sich aber gegen fiese Kommentare im Netz wehren.

mol

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