Schlankheitswahn

Kramp-Karrenbauer: Size-Zero-Models gefährliches Ideal

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Ein Model präsentiert eine Kreation während der Haute-Couture-Schauen in Paris. Foto: Ian Langsdon/Archiv

In Frankreich dürfen Magermodels nicht mehr auf die Laufstege - und in Deutschland? Politiker von Union und SPD wollen sich mit dem Ideal des Size-Zero-Models nicht abfinden.

Hamburg (dpa) - Über Maßnahmen gegen den Schlankheitswahn in der Modelbranche diskutieren Politiker von Union und SPD.

"Size-Zero-Models gaukeln ein Ideal vor, welches weder ästhetisch noch gesund ist - mit gefährlichen Langzeitschäden für Körper und Seele bis hin zum Tod", sagte die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) dem "Spiegel".

Die CSU-Politikerin Dorothee Bär, die für einen Ministerposten im neuen Bundeskabinett gehandelt wird, sagte, Aufklärung allein scheine an ihre Grenzen zu stoßen. Bilder müssten wieder stärker Abbilder der Wirklichkeit sein: "Die Zeit ist gekommen, sich die Regelungen unserer Nachbarn genau anzusehen." In Frankreich dürfen Frauen mit Untergewicht nicht mehr als Models arbeiten, in Spanien und Israel gibt es ähnliche Vorschriften.

Essstörungen gehören zu den häufigsten psychosomatischen Erkrankungen. In Deutschland sterben daran nach älteren Angaben bis zu 100 Menschen pro Jahr. Magersucht, Ess-Brech-Sucht und Binge-Eating gelten als Hauptformen. Ein Auslöser scheint das Schönheitsideal eines schlanken Körpers zu sein. Auch das Selbstwertgefühl sowie das soziale und familiäre Umfeld spielen eine Rolle. Nach einer repräsentativen Studie zur Gesundheit von Erwachsenen in Deutschland aus dem Jahr 2013 leiden 1,5 Prozent der Frauen und 0,5 Prozent der Männer an einer der drei Hauptformen von Essstörungen.

"Wir brauchen eine gesetzliche Regelung zum Schutz vor Magersucht", sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Karl Lauterbach dem "Spiegel". Es gebe kaum eine Erkrankung bei jungen Frauen, die eine so hohe Sterblichkeitsrate habe wie Magersucht - "und die Heilungschancen sind gering".

Über magere Models wird derzeit auch angesichts des Starts der neuen "Germany's next Topmodel"-Staffel auf ProSieben diskutiert. Nicht alle Kandidatinnen sehen diesmal wie klassische Magermodels aus. "Heute sind auch Mädchen mit tollen Kurven gefragt", sagte Jurorin Heidi Klum vorab. Die Branche sei vielfältiger geworden. Die Kritik an der Sendung ist aber nach wie vor groß. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland findet, das Format vermittele ein falsches Schönheitsideal, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab.

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