Regeln für Klimaanlage, Heizung und Co.

Spanien greift beim Energiesparen radikal durch – darauf müssen sich auch deutsche Urlauber einstellen

Die Energiekrise in Folge des Ukraine-Krieges zwingt Europa zum Sparen. Spanien hat nun Maßnahmen zur Einsparung von Energie beschlossen.

Madrid - Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, den daraus folgenden Sanktionen gegenüber dem Aggressor und dem Wunsch Putins den Westen zu schwächen steht Europa wohl vor der größten Energie-Krise, die es je hatte. Gas aus Russland kommt kaum noch an. Nicht nur Deutschland muss schauen, wo es einsparen kann, wie zum Beispiel bei einem verpflichtenden Heizungscheck für alle Eigentümer.

Auch Spanien hat nun „dringende Maßnahmen“ zur Einsparung und zur effizienteren Nutzung von Energie beschlossen. Alle Gebäude des öffentlichen Sektors, aber auch Kaufhäuser, Kinos, Arbeitsstätten, Hotels, Bahnhöfe und Flughäfen werden künftig ihre Räumlichkeiten im Sommer auf nicht weniger als 27 Grad abkühlen und im Winter auf höchstens 19 Grad beheizen dürfen. Das sei auf der wöchentlichen Kabinettssitzung in Madrid beschlossen worden, erklärte am Montagabend die Ministerin für Ökologischen Wandel, Teresa Ribera. Es heißt nun also Energiesparen, auch für die zahlreichen Deutschen Auswanderer in dem südeuropäischen Land. Und deutsche Urlauber müssen nun wohl auch am Ballermann in Locations wie dem Bierkönig, der kürzlich für Entsetzten sorgte, schwitzen, statt die Klimaanlage zu genießen.

Klimaanlagen dürfen in Spanien nicht mehr voll runterkühlen.

Gaskrise: Spanien spart Energie - Neue Regeln für Unternehmen

Die Maßnahmen des königlichen Dekrets müssen nach Angaben Riberas spätestens nach einer einwöchigen „Anpassungsperiode“ nach Veröffentlichung im Amtsblatt umgesetzt werden. Sie sollen bis zum 1. November 2023 in Kraft bleiben. Es handele sich um ein erstes Maßnahmenpaket, das in einer „kritischen Lage“ nötig sei. Europa benötige die Hilfe Spaniens. „Es ist an der Zeit, solidarisch zu sein“, betonte die Ministerin der linksgerichteten Regierung unter Ministerpräsident Sánchez.

Neben anderen Maßnahmen müssen Läden und Betriebe mit automatischen Systemen, die bis zum 30. September installiert sein müssen, ihre Türen geschlossen halten, um je nach Jahreszeit das Entweichen von Wärme oder kühler Luft zu vermeiden. Die Beleuchtung von nicht benutzen Büros, von Schaufenstern und Denkmälern muss außerdem nach 22 Uhr ausgeschaltet werden. Überprüfungen der Energieeffizienz von bestimmten Gebäuden sollen vorgezogen werden. Die Privatwirtschaft rief Ribera dazu auf, das Arbeiten im Homeoffice zu verstärken.

Gaskrise: Spanien will Verpflichtungen des vereinbarten europäischen Notfallplans einhalten

Mit diesen und mit weiteren Maßnahmen, die nach der Sommerpause beschlossen werden sollen, will Spanien die vom Land im Rahmen des in der vorigen Wochen vereinbarten europäischen Notfallplans eingegangenen Verpflichtungen einhalten. Das Land soll den Gaskonsum um sieben Prozent reduzieren. Spanien hatte sich wie andere EU-Länder dem Notfallplan zunächst widersetzt, das Vorhaben nach Zugeständnissen aber am Ende gebilligt. (md mit dpa)

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