Sie wollte es doch behalten

Vergewaltigte Inderin (13) muss Baby zu früh gebären - jetzt ist es tot

Zwei Tage nach der Geburt ist das Baby eines 13-jährigen Vergewaltigungsopfers in Indien gestorben. Die Mutter hatte das Kind behalten wollen - musste es aber aufgrund einer Gerichtsentscheidung zu früh gebären.

Mumbai - Zwei Tage nach der Geburt ist das Baby eines 13-jährigen Vergewaltigungsopfers in Indien gestorben. Das Oberste Gericht des Landes hatte dem Mädchen erst am vergangenen Mittwoch eine Abtreibung erlaubt, obwohl es bereits in der 31. Woche schwanger war. Das indische Gesetz erlaubt Abtreibungen nur bis zur 20. Woche. Dennoch kam der Junge am Freitag in Mumbai (früher Bombay) per Kaiserschnitt zur Welt. Herz und Lunge waren aber unterentwickelt. Das Kind starb zwei Tage später, wie ein Sprecher des Krankenhauses am Dienstag mitteilte.

Medienberichten zufolge hatten das Mädchen und seine Familie zuletzt entschieden, das Kind doch zu behalten. Wegen der Gerichtsentscheidung musste demnach die Schwangerschaft aber abgebrochen werden. So wurde der Junge zu früh geboren. Die Eltern hatten laut Berichten von der Schwangerschaft erfahren, als das Mädchen wegen Fettleibigkeit untersucht wurde. Ein Kollege des Vaters soll die 13-Jährige vergewaltigt haben. Er sitzt in Haft.

In einem ähnlichen Fall hatte das Oberste Gericht im August einem zehnjährigen Vergewaltigungsopfer in der 32. Woche eine Abtreibung untersagt. Das Mädchen entband per Kaiserschnitt, seine Familie gab das Baby zur Adoption frei. In Indien wurden 2015 offiziellen Zahlen zufolge 10 854 Vergewaltigungsfälle registriert, bei denen die Opfer jünger als 18 Jahre waren. Aktivisten vermuten zudem eine hohe Dunkelziffer.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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