Zuckerberg zufrieden

Trotz Datenskandal: Facebook kassiert Milliarden - und gewinnt neue Nutzer

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Facebook-Boss Mark Zuckerberg

Facebook steht im Kreuzfeuer der Kritik. Viele User sind argwöhnisch geworden - trotzdem gewinnt der Internet-Gigant neue Nutzer. Und Milliarden Euro an Überschuss.

Menlo Park - Der Datenskandal bei Facebook kann dem US-Konzern bislang nichts anhaben: Das Unternehmen präsentierte glänzende Umsatzzahlen und einen satten Gewinn von fünf Milliarden Dollar (4,1 Milliarden Euro). Treibende Kraft waren die Werbeeinnahmen. Auch die Zahl der aktiven Nutzer stieg auf 2,2 Milliarden an. Konzernchef Mark Zuckerberg gab sich selbstbewusst und sprach von einem "starken Start" ins Jahr 2018.

Der Umsatz von Facebook stieg im ersten Quartal um 49 Prozent auf knapp zwölf Milliarden Dollar, der Gewinn legte um 63 Prozent zu. Die Zahl der aktiven Nutzer, ein weiteres wichtiges Kriterium für Facebook, stieg bis Ende März um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit den Geschäftszahlen übertraf Facebook die Erwartungen der Analysten. Die Aktie des Konzerns legte im nachbörslichen Handel um mehr als 6,9 Prozent zu.

Experten einig: Schaden durch Skandal hält sich in Grenzen

Trotz großer Herausforderungen sei ein "starker Start" ins Jahr geglückt, sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Facebook nehme seine Verantwortung ernst, um sicherzugehen, dass das Netzwerk angemessen genutzt werde, versprach er. "Aber wir müssen weitere Instrumente entwickeln, um den Menschen dabei zu helfen, sich zu verbinden, unsere Gemeinschaften zu stärken und die Welt näher zusammenzurücken."

Experten waren sich einig, dass sich der Schaden durch den Datenskandal in Grenzen hält - allerdings lägen "lange Monate" vor Facebook, um das Problem in den Griff zu bekommen, sagte etwa der Analyst Daniel Ives von GHB Insights. Facebook hatte eingeräumt, dass Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern bei der britischen Firma Cambridge Analytica gelandet sind. Sie sollen unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump ausgeschlachtet worden sein.

Bundesregierung erwägt Regulierung

Zu den Anhörungen im US-Kongress befragt sagte Zuckerberg, dies sei ein "wichtiger Moment für die Firma" gewesen, einerseits Feedback zu bekommen und andererseits zeigen zu können, "was wir tun". Nun müsse Facebook sicherstellen, dass alles für die Sicherheit der Nutzer getan werde.

Die Bundesregierung erwägt offenbar eine gesetzliche Regulierung von Facebook, wie das Handelsblatt berichtete. Die Weitergabe von Nutzerdaten ohne wirksame Einwilligung der Betroffenen sei nicht hinnehmbar und müsse Konsequenzen haben, heißt es demnach in einer Antwort aus dem Innenministerium auf eine Anfrage der Grünen. Die Regierung werde über das Datenschutzrecht und das Netzwerkdurchsetzungsgesetz hinaus prüfen, ob zur Sicherung demokratischer Prozesse noch weitere Maßnahmen erforderlich seien, etwa im Rahmen der Regulierung von Plattformen.

Lesen Sie auch: Facebook löscht Millionen Beiträge mit IS-Propaganda

AFP

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