Von 18 Verbrechern fehlt bis heute jede Spur 

159 Häftlinge flüchten aus JVA – Ministerium testet neues Verfahren

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Aus einem Gefängnis in Bielefeld sind seit 2017 exakt 159 Gefangene ausgebrochen. 

498 Gefangene sind seit Juli 2017 aus den geschlossenen und offenen Vollzug in NRW entkommen. Trauriger Spitzenreiter ist eine JVA in Bielefeld. 

  • Seit Juli 2017 sind aus einem Gefängnis in Bielefeld 159 Häftlinge geflüchtet 
  • 141 Gefangene konnten gefunden und wieder in die JVA zurückgebracht werden
  • Von 18 Verbrechern fehlt bis jetzt jede Spur 

Bielefeld/Düsseldorf – Die JVA Bielefeld-Senne hält einen traurigen Rekord. Aus dem Gefängnis an der Senner Straße sind seit dem 1. Juli 2017 genau 159 Häftlinge ausgebrochen, berichtet owl24.de*. Ganz NRW verzeichnet insgesamt 498 Ausbrüche. Ein Großteil der Gefangenen konnte glücklicherweise wieder festgenommen werden. Ein Schwerverbrecher aus Bad Salzuflen konnte beispielsweise nach seinem Ausbruch aus der JVA Werl geschnappt werden. Allerdings befinden sich bis heute 18 Verbrecher auf der Flucht. 

Im Vergleich mit anderen Gefängnissen in NRW: Inhaftierte in Bielefeld gelingt am häufigsten die Flucht 

Es sind erschreckende Zahlen, die die NRW-Landesregierung in einem Bericht an den Rechtsausschuss nannte. Seit Juli 2017 gab es in den Gefängnissen landesweit 498 erfolgreiche Ausbrüche. Davon entkamen sechs Insassen aus geschlossenen Anstalten. Fast ein Drittel aller Geflüchteten geht auf das Konto einer Justizvollzugsanstalt in Bielefeld, wie die Statistik zeigt. 

Platz

Ort

Insgesamt geflohene Häftlinge

Anzahl der noch flüchtigen Personen

1

JVA Bielefeld-Senne

159

18

2

JVA Castrop-Rauxel

92

25

3

JVA Remscheid

86

5


Wegen zahlreichen Ausbrüchen in Bielefeld und anderen Städten: NRW-Justizministerium setzt auf neues Verfahren 

Aus dem Bericht der Landesregierung geht auch hervor, dass sich noch zwei Schwerverbrecher, die in einer geschlossenen Anstalten in NRW untergebracht waren, auf der Flucht befinden. 89 Gefangene aus dem offen Vollzug sind ebenfalls noch nicht wieder aufgetaucht. In einer JVA in Kleve saß hingegen ein Mann aus Syrien unschuldig im Gefängnis und starb in seiner Zelle. In einem Gefängnis in Bielefeld werden deshalb jetzt bei Haftantritt Fingerabdrücke genommen, damit sich so ein Fall nicht wiederholt.  

Die Behörden wollen damit sicherstellen, dass es zu keinen Verwechslungen mehr kommt. Die Erhebung von Fingerabdrücken wird derzeit unter anderem in der JVA Bielefeld-Brackwede ausprobiert, in der ein Häftling im Februar 2019 im Hochsicherheitstrakt ein Feuer legte. Auch in Essen und Moers-Kapellen wird getestet.  

Nach Test in Bielefeld: Neues Verfahren soll landesweit eingeführt werden

Wenn das Justizministerium das neue Verfahren in Bielefeld umfangreich und erfolgreich getestet hat, soll bis Jahresende in allen Gefängnissen in NRW ein Datenabgleich mittels Fingerabdrücke stattfinden. Mit dieser Technik haben die Anstalten in Zukunft die Möglichkeit, eigenständige Identitätsprüfungen durchzuführen. 

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